Es war wirklich eine Vollshow. Nicht nur die Reise an sich sondern auch die ganze Vorbereitung. Und die fing eigentlich schon ein dreiviertel Jahr vorher an. Angefangen von der Suche nach Mitstreitern, dem Kauf von geeigneten Fahrzeugen (also mit ‘nem V8 kann man nicht viel falsch machen, am besten noch einer mit einem Stern vorne drauf) und diese dann herrichten bis zur Suche nach Sponsoren und Leuten die uns unterstützen wollten. Klar war es nicht immer lustig und toll, und ab und zu kamen auch Zweifel auf, aber unterm Strich hat es Spass gemacht und um das geht’s.
Unterwegs war es ähnlich, wir haben durchweg nur nette und gastfreundliche Menschen getroffen, in jedem Land!! Wahnsinnig hilfsbereit und neugierig auf das was wir da machen. Da können wir uns ‘ne dicke Scheibe davon abschneiden, echt. Wir sind durch Länder gefahren die man normalerweise nicht mit dem eigenen Auto bereist, haben tolle und nicht so tolle Landschaften und Orte gesehen.
Ohne die Rallye hätten wir das so vermutlich nie erlebt. Aber trotzdem würden einige von uns nicht mehr mitfahren, weil einfach viel mit der Organisation im Argen liegt. Privat ohne Rallye sofort. Man sollte meinen das nach vier Rallyes eine gewisse Erfahrung da ist, wie man so was macht. Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder es planen die falschen Leute, die kein Gespür dafür haben oder der Organisation ist es schlichtweg egal.
Angefangen bei der Verschiebung der Siegerehrung eine Woche nach Ende der Rallye als mehr oder weniger jeder schon Urlaub eingereicht und Flüge gebucht hat. Der Termin wurde ohne Begründung und ohne bitte um Verständnis einfach so ausgegeben. Unterwegs waren einige Sonderprüfungen einfach völlig unausgereift, wie der LeMans Start in Istanbul. Wie kann es sein das die Einen 30 Meter zum Auto haben und Andere 300 Meter? Genauso die Fahrt zur blauen Moschee, da muss ich nicht gross überlegen das das nicht funktioniert mit über 250 Fahrzeugen. Als wir unser türkisches Lied in Ankara vorsingen wollten war auch keiner vom Ok da, der gesagt hätte, wie’s abläuft. Keiner der da war hatte einen Plan.
Die Wüstenetappe nach Wadi Rum war der Höhepunkt. Die Etappe war das volle Abenteuer für uns und hat echt Laune gemacht. Nur ist es unserer Meinung nach völlig unverantwortlich Leute mit teils komplett ungeeigneten Autos ohne Ansage in die Wüste zu schicken. Man muss sagen das es eine Wüstenetappe gibt, die so und so lang ist (also genug Wasser und Benzin mitnehmen), das diese für bestimmte Autos nicht geeignet ist und das es eine Alternativroute gibt. Und es macht keinen Sinn sowas am späten Nachmittag zu starten, wo jedes Team schon über 300 km gefahren ist. Viele haben in der Wüste übernachtet, weil sie nicht mehr rausgekommen sind, viele haben sich die Ölwanne im Dunklen aufgerissen und wir haben gehört das Frauen von den Einheimischen, die mit Geländewagen kamen um die Leute rauszuziehen, begrabscht wurden. Und da hört definitiv der Spass auf.
Wir haben mit einigen Teams gesprochen die das ähnlich sehen und es gibt noch mehr Sachen die nicht gerade schmeichelhaft für’s Ok sind.
Das Ganze an sich ist ja eine tolle Idee und Sache, bloss unserer Meinung nach schlecht ausgeführt.
Aber wie gesagt: ES WAR EIN TOLLES ERLEBNIS
Bitte schreibt uns eure Meinung oder Sicht zu der Rallye. Egal ob positiv oder negativ. Vielleicht gibt ja sogar jemand vom Ok ein Statement ab. Vielen Dank